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Buchtipps - Frauen

Tipp der Woche

Dieses Buch ist ein Plädoyer für die bemerkenswerte Arbeit von Architektinnen! Essays von Pionierinnen der Architektur und kritische Analysen versuchen zu ergründen, warum diesen Frauen noch immer nicht der ihnen gebührende Respekt und die Anerkennung zu Teil wird. Im Vordergrund jedoch stehen über 30 Porträts international tätiger Architektinnen, die eines ihrer Projekte vorstellen. Durch die Zusammenführung und individuelle Präsentation in diesem Buch wird den Bauten und den Architektinnen ein würdiger Platz in der zeitgenössischen Architektur eingeräumt.

Penelope hat zwei Leben. Eines führt sie als Ärztin nach Aleppo, wo sie täglich mit Leid und Tod konfrontiert ist und eines fordert sie in Belgien als Ehefrau und Mutter einer pubertierenden Tochter. Die Schicksale aus den Kriegsgebieten und die Ernsthaftigkeit, mit welcher sie ihren Beruf ausübt, hindern sie daran, an ihrem Familienleben angemessen teilzuhaben. Den Kontrast dieser beiden Leben, die Verantwortung und die daraus resultierende Einsamkeit fängt Judith Vanistendael in zarten Aquarellzeichungen ein.

Die Protagonistin Martha hat augenscheinlich ein gutes Leben. Aus einer unkonventionellen Künstlerfamilie, mit all ihren Besonderheiten und Schwierigkeiten, stammend, hat sie ihre Jugendliebe geheiratet: Patrick, ein zuvorkommender, gutaussehender und einfühlsamer Mann, der ihre Marotten kennt und mitträgt. Doch der Schein trügt- Martha ist unzufrieden mit sich, ihrem Leben, ohne dass sie den Grund benennen kann. Nach ihrem 40. Geburtstag verlässt Patrick sie und Martha beginnt, den Dingen ins Auge zu sehen und erkennt, wer sie wirklich ist.

"Die moderne Frau (...) ist eine Art Weltwunder. Sie kann alles. Sie hat zwei bis vier Kinder,(...) sie kann Rohkostplatten zusammenstellen und Wiener Apfelstrudel backen, ihr defektes Auto reparieren, (...) Kreuzworträtsel lösen. Sie kann auf dem Land, in der Stadt und auf Reisen leben. (...) Sie trägt am liebsten zu allen Gelegenheiten ein zeitloses Jumperkleid. Sie will gar nicht repräsentieren, sie will sich ausleben." Das klingt vertraut und aktuell. Es ist ein Zitat aus einem Artikel der Journalistin Anita Daniel in der Zeitschrift "Die Dame" im Jahr 1928.

Lyrik ist Politik! Dies versuchte vor einigen Jahren Amanda Gorman einer Gruppe von Teenagern zu vermitteln. Nicht zuletzt mit ihrem Auftritt am 20.1.2021 zur Inauguration von Joe Biden als 46. Präsident der Vereinigten Staaten, hat sie diesen Satz nachdrücklich bewiesen. Als junge afroamerikanische Lyrikerin hat sie den Menschen mit ihren Zeilen in einer unwahrscheinlichen Weise Mut und Hoffnung gemacht. Zweisprachige kommentierte Ausgabe mit einem Vorwort von Oprah Winfrey.  

Julia Korbik widmet ihr neues Buch nach "Oh Simone!" erneut einer großen französischen Schriftstellerin: Françoise Sagan. Es geht um die Zeit, in der Sagan nach dem bahnbrechenden Erfolg ihres Roman "Bonjour Tristesse", in die Öffentlichkeit katapultiert wird und die Menschen ihr mit gerade einmal 18 Jahren ihren Stempel aufdrückten.

Gertrude Stein beschreibt aus der Sicht ihrer Freundin Alice B. Toklas das gemeinsame Leben in Paris von 1933-35. In ihrem Salon, der "besten Galerie Europas", tummelten sich die Künstler der damaligen Pariser Avantgarde. So ist dieses Buch eine Sammlung von Anekdoten und kuriosen Begebenheiten, die den Leser einmal mehr bedauern lassen, dies nicht miterleben zu können. Was fiktiv ist und was den Tatsachen entspricht, bleibt ungewiss - das Buch aber ist eine Chronik dieser Zeit, der Kunst und des freien Geistes.    

Louise Bourgeois (1911 - 2010) wurde weltweit berühmt für ihre Installationen und Skulpturen und hochverehrt als Ikone einer streitbaren, "weiblichen" Kunst. Bis ins hohe Alter führte sie ein offenes Haus, diskutierte mit jungen Künstlern in ihrer Bibliothek, gab Interviews und gewährte auch Hochglanzmagazinen Phototermine. Sie war 84, als der französische Photograph und Art Director Jean-François Jaussaud, Spezialist für stilvolle Interieurs in aller Welt, die in Vogue, Harper's Bazaar, dem Times Magazine u.v.a. erscheinen, bei ihr vorsprach.